100 Jahre LG RIGI

Ein geschichtlicher Kurzabriss – die markantesten Ereignisse

1891 – 1905
Die ersten Aktivitäten sind von 1891 bis 1905 unter dem Namen „Landwirtschaftlicher Verein Küssnacht" entfaltet worden. Nach einem hoffnungsvollen Start ist es wegen finanzieller Manipulation zu Streit und einem vollständigen Stillstand zwischen 1905 bis 1908 gekommen.

1909 – 1922
Am 17. Januar 1909 ist unter dem Präsidium von Alois Dober, Bischofswil, und dem nachmaligen Geschäftsführer Alois Ulrich, „Engel", eine eigentliche Neugründung erfolgt, unter namhafter Mitwirkung

von Ständerat J. Räber. Bei der Liegenschaft „Geissacher" ist die Milch gesammelt und bis 1922 nach Cham an die Firma Nestlé geliefert worden. Das Geschäft blühte. Schon 1911 hat man einen Umsatz von mehr als einer halben Million verzeichnet und einen Bestand von rund 70 Mitgliedern gezählt.

1916 ist der erste Lastwagen angeschafft und der bisherige „Landwirtschaftliche Verein" in „Landwirt-schaftliche Genossenschaft Küssnacht am Rigi" umbenannt worden. Im Jahre 1919 ist für Fr. 160′000.– die Liegenschaft „Geissacher" erworben worden.

Das Jahr 1922 ist noch heute vielen in böser Erinnerung; der Milchpreis ist von 35 auf 20 Rappen gefallen, und es ist die Kündigung des Milchlieferungsvertrages durch die Firma Nestlé erfolgt, was manchen Bauern nötigte, Heim und Hof zu verlassen.

Der Milchverwertungsgenossenschaft Küssnacht wurde alsdann im Magazingebäude der Platz zum Einbau einer Käserei zur Verfügung gestellt.

1922 – 1950
Ende 1922 ist es dem cleveren Alois Ulrich gelungen, mit dem gewieften Geschäftsmann Edwin Baer eine Partnerschaft zu arrangieren, die sich in der Folge für beide Seiten zu einem wahren Glücksfall entwickelt hat.

Bereits zwei Jahre später, im Jahre 1924, hat die neue Weichkäserei eröffnet werden können. Hierauf ist eine zweite Blütezeit erfolgt; die Mitgliederzahl ist auf 250 Genossenschafter angestiegen.

Die Krise der „Dreissiger Jahre" sind für die älteren Leute noch vage in Erinnerung. Aber auch diese Zeiten und die durch den 2. Weltkrieg bedingten Schwierigkeiten sind gemeistert worden.

In den Jahren 1942 bis 1945 sind in zwei Etappen ein grosser Magazinneubau mit Passarelle und der Geleiseanschluss für sage und schreibe rund Fr. 180′000.– erstellt worden.

Im Frühjahr 1945 – mitten während den Bauarbeiten – ist unerwartet Alois Ulrich verstorben, und es ist zu einem kurzfristigen Wechsel in der Geschäftsführung gekommen. Wegen finanziellen Manipulationen ist

die LGK in arge Bedrängnis gekommen, und nur dank der im Jahr 1949 von den Mitgliedern des Vorstandes und der Kontrollstelle persönlich geleisteten Bürgschaftsverpflichtungen in der Höhe von Fr. 120′000.–

hat die Genossenschaft vor dem Konkurs gerettet werden können.

1950 – 1987
Anfangs der 50-er Jahre ist es darum gegangen, die Geschäftsleitung zu reorganisieren und die Verhältnisse zu konsolidieren. Mit dem Eintritt des neuen Geschäftsführers, Walter Ulrich im Jahre 1959, nahm eine grössere Entwicklung der LGK, vor allem bezogen auf grössere Investitionen, seinen Anfang. Auch ein stetes Umsatz-wachstum nahm seinen Lauf; Umsatz im 1959 ca. 1,5 Mio, Umsatz, im 1983 ca. 11 Mio, Umsatz heute ca. 20 Mio. Franken.

In den Jahren von 1959 bis 1983 wurde in die gesamte, zum grossen Teil noch heute existierende Infrastruktur (Gebäude, Produktionsanlage und Silos) annähernd an die Fr. 6′000′0000.– investiert, eine sehr mutige, rege und umfassende Investitionstätigkeit der seinerzeit Verantwortlichen. Davon entfallen auf die drei grossen Getreidesilos allein Fr. 2′300′000.–, mit einer Gesamt-Lagerkapazität von ca. 5′000 Tonnen.

Im Jahre 1985 feierte die LGK, mit einem Grossanlass im Monséjour in Küssnacht am Rigi, ihr 75-jähriges Jubiläum.

1987 – 2009
Im Jahre 1987 wurde Peter Wallimann als Nachfolger von Walter Ulrich gewählt. Peter Wallimann übernahm am 1.1.1988 die Verantwortung als Geschäftsführer. Im gleichen Jahr wurde die gesamte Administration mit Buchhaltung auf EDV umgestellt. Im gleichen Jahr erfolgte auch die Eröffnung des Ladenlokales im vorderen Teil des Magazins. Eines der bedeutenden Ziele war es auch, fortan die Kundschaft auf eine breitere Basis zu stellen, indem grosses Gewicht auf die Milchviehfütterung gelegt wurde. Dies, wie sich heute die Situation präsentiert, mit nachhaltigem Erfolg.

Im Jahre 1991 wurde das umfangreiche Projekt der eigenen Futtermarke, nämlich RIGIFUTTER, in enger Zusammenarbeit mit dem Techniker, Christian Suter, umgesetzt. RIGIFUTTER wurde gut vom Markt aufgenommen und entwickelte sich zu einem Qualitätsbegriff. Bis zum erwähnten Zeitpunkt wurde in Lizenz FM-Futter vertrieben und produziert.

Im Jahre 1993 beschlossen die Mitglieder an der GV einstimmig den Austritt aus dem Teilverband VLGZ. Dies vor dem grossen Zusammenschluss der meisten Teilverbände. Die LGK wurde vollumfänglich selbständig.

Im Jahre 1996 wurde das Unternehmen zertifiziert nach EU ISO 2001:1994. Die Zertifizierung wurde nicht zuletzt aufgrund der Vorgaben von Migros und COOP im Hinblick auf die geplanten Labelproduktionen vorgenommen.

Im Jahre 2001 wurde anlässlich der Generalversammlung der Namensänderung von „Landwirtschaftliche Genossenschaft" auf „LG RIGI" zugestimmt. Der Auftritt erfolgte nun unter „LG RIGI". Im gleichen Jahr fand in der Markthalle Rothenthurm das erste, grosse RIGIFUTTER-Kundenfest statt.

Ende Jahr 2006 wurde der mittlerweile zu kleine Laden, seinerzeit eröffnet im 1988, geschlossen. Die Fenaco eröffnete im Januar 2007 auf eigene Rechnung, vis-à-vis vom Restaurant Frohsinn, einen grossen LANDI-Laden, mit Shop und Tankstelle. Die LG RIGI hat die Möglichkeit, aufgrund eines ausgehandelten Kaufrechtsvertrages, diesen Neubau, innerhalb von fünf Jahren ab Eröffnung, käuflich zu erwerben.

Im Jahre 2007 wurde die gesamte Produktionsanlage mit einer vollautomatischen Steuerung ausgerüstet. Im gleichen Jahr fand in der Markthalle Rothenthurm das zweite, grosse RIGIFUTTER-Kundenfest statt.

Im Jahre 2008 wählte der Verwaltungsrat den Nachfolger von Peter Wallimann in der Person von Toni Matter. Peter Wallimann wird auf eigenen Wunsch, nach 22 Jahren, Ende 2009 die LG RIGI verlassen.

Im Jahre 2009 feierte die LG RIGI ihr hundertjähriges Bestehen. Mitglieder, Kunden und Lieferanten waren am 12.9.09 zu einer Jubiläumsfeier in die Markthalle Rothenthurm eingeladen.